Vermutlich jedem ist die wohltuende Wirkung einer entspannenden Massage nach einem anstrengenden Tag bekannt. Doch was bewirkt im Grunde diese fühlbare Veränderung in Körper und Seele?
Die Massage ist eine schon seit dem Altertum gebräuchliche Technik zur Vorbeugung und Behandlung von Beschwerden und Erkrankungen, speziell im Bereich des Bewegungsapparates. Die klassische Massage ist hierbei die bekannteste und weitverbreitetste Massageform.

Massagen dienen zur besseren Durchblutung, Dehnung, Lockerung und Entkrampfung der Muskulatur. Außerdem ermöglichen sie einen verbesserten Abtransport von Stoffwechselprodukten (Entschlackung) und werden zur Behandlung von Fehlhaltungen bzw. Fehlstatiken (einseitige Belastung) eingesetzt.
Des Weiteren können auch erkrankte innere Organe über die Haut und Muskulatur mittels dem Reflexbogen auffällig und demzufolge behandelt werden.
Aufgrund der über die Haut ausgeführten Griffe erfolgt also eine reflektorische Beeinflussung der entsprechenden Hautzonen durch die Reizung.
Abhängig von dem zu behandelnden Körperbereich wird in Ganzkörper- und Teilmassagen unterteilt.

Es gibt verschiedene Techniken im Bereich der klassischen Massage, welche nacheinander durchgeführt werden.

Effleurage (Streichen)

Dies stellt eine großflächige Anwendungsform dar. Streichungen regen den Rückstrom venösen Blutes und der Lymphflüssigkeit an und werden deshalb meist in Herzrichtung und mit beiden Händen ausgeführt. Zu unterscheiden sind parallele Streichungen, wobei die Hände im Wechsel gegeneinander geschoben und über die Haut geführt werden, und Drückungen. Bei Drückungen werden die Hände nebeneinander aufgelegt und es erfolgt eine Druckausübung auf das Gewebe. Streichungen dienen der Gewöhnung vor der Massage, wobei der Masseur mit dem Patienten Kontakt aufnimmt und Verspannungen und Verhärtungen erspüren kann.

Petrissage (Kneten und Walken)

Hierbei werden einzelne Muskelgruppen mit Daumen und Fingerkuppen umfasst und im Wechsel der Hände mitbewegt. Die Muskeln werden gegeneinander geschoben, wobei eine Dehnung erfolgt. Dies wird jeweils in beide Verlaufsrichtungen des Muskels ausgeführt. Knetungen dienen der Lösung von Haut- und Muskelverspannungen und verbessern die periphere Durchblutung.

Friktion (Reiben)

Es werden kreisende Bewegungen mit relativ kräftig an- und abschwellenden Druck durch Daumen und Fingerkuppen ausgeführt. Somit wird ein deutlicher Reiz gesetzt. Die Reibung dient primär der Muskelbehandlung und dem Aufheben von Myogelosen (fühlbare harte Knoten im Muskelgewebe). Zudem erfolgt durch Mehrfachdurchblutung eine Erwärmung und Gewebsverklebungen werden gelöst.

Tapotement (Klopfen)

Die Durchblutung der Muskulatur in der Tiefe wird durch leichtes Schlagen bzw. Klopfen mit lockerer Hand erzielt. Es dient der Anregung des Nervensystems. Man unterscheidet zwischen hartem und weichen Klopfen. Das weiche Klopfen hat eine muskelentspannende Wirkung zur Folge, hartes Klopfen eine anregende und wird daher eher in Sportmassagen angewandt.

Vibration (Erschüttern)

Mit den Fingerkuppen oder Handflächen werden schließlich schnelle feine Handbewegungen auf der Muskulatur durchgeführt, welche nachhaltig psychisch und physisch wirkende Entspannung auslösen sollen. Diese Technik gilt als schwer erlernbar.

Es ist stets darauf zu achten, dass die Stärke der Griffe und der Druck der Hand auf die Haut und die darunter liegenden Körperstrukturen immer der Erkrankung, dem Alter und der Verfassung des Patienten anzupassen sind.


Zusammenfassend ist also zu sagen, dass durch die klassische Massage eine bessere Blutversorgung der behandelten Muskulatur und Haut zustande kommt, weil die Zellen nun optimal mit Sauerstoff, Nährstoffen und hormonellen Botenstoffen versorgt werden. Das ist schließlich auch der Grund, welcher unser allgemeines Wohlbefinden nach einer gut durchgeführten Massage steigert und uns das Gefühl von neuer Energie und Kraft verspüren lässt.