Mit Hilfe von Werbung in Zeitschriften oder TV versuchen unzählige Hersteller von Kosmetikprodukten heute ihre Präparate zu verkaufen.
Doch Kosmetik ist keineswegs moderne Erfindung, denn vielmehr weist sie eine jahrtausende alte Geschichte auf.

Kosmetik im Altertum

Bereits zur Zeit der Urmenschen wurden Mineralfarben wie Sand oder Lehm dafür verwendet, den menschlichen Körper zu schmücken. Ebenso war ihnen schon die wohltuende Auswirkung öliger Pflanzenextrakte und Baumharze für die menschliche Haut bekannt.
Das wichtigste Hilfsmittel zur Umsetzung des Bestrebens schön und begehrenswert zu sein, war seit jeher der Spiegel.

Als Ursprung der Kosmetik gilt bis heute das alte Ägypten, welches sich neben seiner hoch entwickelten Kultur ebenso durch eine erschöpfende Schönheits- und Körperpflege auszeichnete. Zum damaligen Zeitpunkt besaß diese noch eine enge Beziehung zur Medizin, welche sich erst im späten Mittelalter auflöste.
Den Völkern am Nil gelang es schon damals flüchtige Aromastoffe an pflanzliche oder tierische Fette zu binden.
Funde dieser Zeit weisen bereits eine gewisse Bandbreite an kosmetischen Produkten auf. Neben den Frauen der höheren Schichten, welche sich Sklavinnen hielten, die sie regelmäßig badeten, massierten, salbten und schminkten, waren auch die einfachen Frauen auf ihr Äußeres bedacht.
Als vornehm galt zu jener Zeit helle Haut, sodass die Farben dezent ausgewählt wurden.
Zur Pflege wurden Olivenöl, Wollwachs und Mandelöle genutzt. Rezepte dieser Zeit sind auch noch in der heutigen Kosmetik wieder zu finden, wie beispielsweise die „Maske Cleopatra“. Jene besteht aus Eigelb, Milch, Honig und Kieselerde. Diese Maske erhielt ihren Namen nach der letzten Königin Ägyptens (51 – 30 v. Chr.), welche ebenfalls schon den Lidstrich und Lidschatten verwendete. Bäder, Massagen, parfümierte Salben und Öle gehörten also bereits seit 4000 – 3000 v. Chr. zur täglichen Pflege.
Von Ägypten aus trat die Bedeutung der Kosmetik auf andere europäische Mittelmeerländer über, so auch nach Griechenland.

In Griechenland war der Leitgedanke „In einem gesunden und schönen Körper wohnt ein gesunder Geist“. Alltäglich wurden Bäder genommen, Sport getrieben und auf eine auf gesunde Ernährung geachtet. Massagen waren ebenso ein Element des Alltags.
Hier wurden ebenso helle Farbtöne verwendet, Augen und Lippen wurden betont. Die Haare wurden gewellt und meisterhaft hochgesteckt. Salbenöle für Männer und Frauen erhielt man in süßen und herben Düften.
Durch Griechenlands Einbeziehung in das römische System wurde deren Fertigkeiten der Körperpflege von den Römern mit übernommen. Sie engagierten geschulte griechische Kosmeten, errichteten Badehäuser und Thermen und wandten erstmals Heißluft- und Wechselduschen an.

Kosmetik im Mittelalter

Im Mittelalter entwickelte sich der Kult des Volksbad in der Oberschicht. So entstanden öffentliche Badestuben für beide Geschlechter. Zudem gab es einen „Bader“, welcher im Grunde alle Aufgaben der Körperpflege übernahm. Kräuter wurden modern, da der Bader diese in Form von Kompressen oder Aufgüssen außerdem zur Behandlung von Wunden und Zerrungen anwandte. Somit wurden Kräuter dann auch im Wannenbad, Gesichtsdampfbad oder Gesundheitstee verwertet.
Gewürze, Mixturen und neue Duftstoffe wie zum Beispiel Moschus brachten die Kreuzritter aus den eroberten Gebieten mit. Doch mit dem Austausch von Kultur und Bräuchen brachte die Völkerwanderung auch schwere Infektionskrankheiten mit sich. Verschreckt durch die Angst vor der Ansteckung mit Pest oder Cholera nutzten die Menschen die öffentlichen Badestuben nicht mehr, wodurch folglich Wasser als Hygienemittel lange Zeit nicht mehr genutzt wurde.

Auch in der Zeit der Renaissance erfolgte keine Rückkehr zur Sauberkeit. Duftwässer oder Dufttücher wurden anstatt von Wasser zum Waschen benutzt. Nur die ärmere Bevölkerung badete folglich noch im Freien.
In der Haarpflege galten blond und plastische Frisuren aus gelocktem und gekräuseltem Haar als modern. Das Gesicht hingegen wirkte eher kühl und leer, die Augen zu schminken, war nicht in Mode.

Kosmetik in der Neuzeit

Desgleichen herrschte in der Zeit des Barock (17. Jahrhundert) noch immer eine mangelnde Körperhygiene, welche durch exotische Düfte zu übertuschen versucht wurde. Da Gesicht und Dekoltee dennoch stark mit Reismehl gepudert wurden entstanden Hautunreinheiten, welche wiederum durch seidene „Schönheitspflästerchen“ überdeckt wurden. Die Augen wurden geschminkt und die Brauen betont. Die Wangen wurden rosig gepudert, die Lippen rot geschminkt.
Perücken kamen in Mode, sodass sich Damen und Herren die eigenen Haare kurz scheren ließen und stattdessen parfümierte Perücken trugen. Es entstanden zu jener Zeit demzufolge zwei neue Berufe: Perückenmacher und Friseur.
Doch schon im Spätbarock erfolgte eine Abkehr von den Perücken.

Der klassizistische Stil brachte eine Änderung in Kosmetik und Mode mit sich. Natürlichkeit war wieder modern und das Make-up wurde zart und unaufdringlich aufgetragen.
Das Bedeutsamste dieser Zeit war allerdings, dass wieder gebadet wurde und die über 500 Jahre verschmähte Seife wieder Verwendung fand. Kneipp (1821 – 1897) setzte mit Wassergüssen, Wickeln und Bädern neue Maßstäbe für die Gesundheits- und Körperpflege.
Im 19. Jahrhundert erfolgte noch einmal eine drastische Wende in der Mode und Kosmetik. Welche inzwischen lockerer geworden war, wurde erneut durch hoch toupierte Haare und duftende Perücken zurückgeworfen.

In den „Goldenen Zwanzigern“ ereignete sich der internationaler Durchbruch für die moderne Kosmetik. Die Augen wurden dunkel ummalt und die Lippen rot geschminkt. Es gab keine strengen Regeln für das Make-up. Sauna-Baden und Kosmetiksalons wurden aktuell.
Durch den zweiten Weltkrieg wurde die fortschrittliche Mode zwar noch ein zweites Mal zurückgeworfen, jedoch durch Frankreich und dessen „new look“ in die USA und die europäischen Länder übertragen.

Heute besitzt Kosmetik einen festen Platz im Alltag von Frauen und Männern.
Make-up betont in der Regel die Natürlichkeit, denn die Frau von heute betont optisch ihre Vorzüge und lässt dadurch ungünstiges nicht beachtenswert erscheinen.